DevLog #9 — Auf dem Handy, mit eigener Figur, vor der Haustür
Der September war der dichteste Monat bisher: RiverTycoon läuft auf dem Telefon, die Spielfigur lebt, Hardware zählt endlich, vor der Tür pulsiert eine ganze Strasse — und ab 2.500 € Umsatz wächst ein Teamraum ans Haus.
Der erste Gerätelauf
Am 1. September lief RiverTycoon zum ersten Mal auf einem echten Telefon, einem Mittelklasse-Android. Seitdem gilt eine einfache Regel: Was nicht am Gerät belegt ist, gilt nicht als fertig. Jede Funktion wird mit Fingertipp, Bildschirmfoto und Protokoll abgenommen — im September über 20 Gerätelaufe.
Das hat sich vom ersten Tag an gelohnt. Am Rechner unsichtbar, am Telefon sofort klar:
- Das Spiel startete im Hochformat — jetzt ist Querformat fest eingestellt.
- Das WorkOS war auf dem kleinen Bildschirm kaum bedienbar und zwei Apps reagierten gar nicht — beides behoben, jede der sieben Apps wird jetzt automatisch vermessen.
- Zwei Finger zoomen und verschieben den Bildausschnitt, ein Tipp bleibt ein Tipp.
- Ein Finger ist breiter als ein Mauszeiger: Tippziele haben jetzt eine Fingerhilfe.
- Neue System-App: Speichern und Beenden, ohne Spielzeit zu verlieren. Und weil man ein Handyspiel nicht beendet, sondern einfach wegwischt, speichert RiverTycoon jetzt auch, wenn es in den Hintergrund geht.
Verdienen ging nicht — jetzt schon
Der wichtigste Fund des Monats: Man konnte arbeiten, so viel man wollte, und verdiente nichts. Bei leerer Energie meldete der Knopf trotzdem „Du arbeitest“, und die geleistete Stunde wurde erst nach dem Tageswechsel verbucht — der den Auftrag zu dem Zeitpunkt schon hatte platzen lassen. Mehr als 780 grüne Tests hatten das nicht gesehen, der erste Gerätelauf schon. Beides ist behoben und mit eigenen Tests abgesichert.
Kaufen, liefern, auspacken — geschlossen
Die Kaufstrecke funktioniert jetzt am Gerät von Anfang bis Ende: im Damazon-Shop bestellen, das Lieferfahrzeug abwarten, das Paket landet vor der Haustür, antippen, auspacken — und das Möbelstück steht im Büro und wirkt. Aus dem magentafarbenen Platzhalter-Würfel ist dabei ein echter Karton geworden. Und was du kaufst, bleibt dir: Gekaufte Gegenstände überstehen jetzt jeden Neustart.

Dazu hat das Spiel eine Stimme bekommen: acht Ereignisklänge von Lieferung bis Auszahlung, komplett skriptgesteuert erzeugt und damit frei von fremden Rechten.
Hardware zählt jetzt wirklich
Beim Durchrechnen des Katalogs kam ein unangenehmer Befund heraus: Keiner der kaufbaren Rechner brachte Rechenleistung. Drei der sechs Auftragsarten waren damit für immer unerreichbar — Aufträge mit bis zu 25.000 € Lohn, die niemand je verdienen konnte.
Jetzt gibt es eine echte Leiter: vom PotatoBox2000 für 199 € bis zum PixelBeastPro, dazu Server, die sich stapeln lassen. Das Auftragsbrett zeigt offen, was dir noch fehlt.

Deine Figur lebt
Bisher war das Büro eine Kulisse, in der Dinge per Klick passierten. Seit dem 23. September gibt es dich: eine selbst gebaute, selbst geriggte Spielfigur mit sechs eigenen Animationen — stehen, gehen, sitzen, schlafen, essen, trainieren.

Tippst du auf den Rechner, läuft sie hin und setzt sich. Tippst du aufs Bett, legt sie sich schlafen. Die Hantel in der Ecke ist nicht mehr nur Deko: Training kostet Energie und bringt Gesundheit.


Der teuerste Fund dabei: Unitys Humanoid-System hat jede Pose der eigenen Figur verzerrt — Beine verschwanden im Becken. Erst als die Prüfung von „Bild ansehen“ auf reine Geometrie umgestellt wurde, war die Ursache klar. Mit der Umstellung sitzt jede Animation, auch für alle künftigen Figuren.
Vor der Tür: eine ganze Strasse
Am Abend des 24. September kam der Wunsch nach einer lebendigen Nachbarschaft auf die Liste — eine Nacht später stand sie:
- Sechs Autos im Rechtsverkehr, ein Nachbar, der mit seinem Hund Gassi geht, Vögel, Rauch aus den Schornsteinen
- Laternen, die abends angehen, und Fenster, die um 22 Uhr hell und um Mitternacht wieder dunkel werden
- Zebrastreifen, Bushaltestelle, Bänke — und herausgezoomt kein Rand mehr, sondern 51 Häuser, 50 Bäume und ein Park

Der Foodtruck: Zwischen 11 und 16 Uhr steht in der Querstrasse ein Currywurst-Wagen. Tippst du ihn an, läuft deine Figur hin, zahlt 5,50 € und isst — die Buchung landet ordentlich auf dem Kontoauszug.


Alle 18 neuen Modelle stammen aus der eigenen Blender-Pipeline. In den Spielszenen steckt damit kein einziges zugekauftes 3D-Modell mehr.
Der Aufstieg: Tier 2
Hast du insgesamt 2.500 € verdient — verdient, nicht geliehen, Kredite zählen bewusst nicht —, kündigt eine Mail den Aufstieg an, und an dein Büro wächst ein Teamraum an, mit Durchgang, den deine Figur sofort nutzt. Nach einem Neustart steht er wieder da, und die Mail kommt kein zweites Mal.

Kleinigkeiten, die den Alltag besser machen
- Euro überall. Kein „$“ mehr im Spiel — vom Kontostand bis zur Currywurst.
- Deine Mails bleiben. Posteingang und Gelesen-Status überstehen jetzt jeden Neustart.
- Auf langen Wegen wirkt ein Tipp erst, wenn die Figur angekommen ist — der Truck verkauft nicht mehr, während du noch unterwegs bist.
Was als Nächstes kommt
Der Teamraum steht — jetzt braucht er jemanden, der darin arbeitet. Der erste Mitarbeiter ist Ende September gebaut und am Gerät geprüft; im Oktober kommt er ins Spiel.
Pixel River Studio · Solo Indie Dev · Nagold-Hochdorf, Baden-Württemberg
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