DevLog #8 — Eine Strasse, ein Startbildschirm und die erste APK
Im August hat RiverTycoon ein Zuhause bekommen: eine eigene Vorstadt statt grauer Klötze, einen echten Startbildschirm, Lieferfahrzeuge mit Gesicht — und zum ersten Mal eine Android-Fassung.
Vom Prototyp-Raum zur Vorstadt
Bis Mitte August stand das Büro auf einer grünen Plane neben einem grauen Streifen, der eine Strasse sein sollte. Funktional, aber kein Ort, an dem man sich einen Tycoon-Aufstieg vorstellt.
Jetzt steht dort eine Vorstadt aus Eigenproduktion: 15 neue Modelle, 87 gesetzte Objekte — Nachbarhäuser, Bäume, Zäune, Gehwege, Briefkasten. Alles teilt sich ein einziges Material und eine Farbpalette, was auf dem Handy später den Unterschied macht.
Auch das eigene Haus hat endlich ein Gesicht: Fassade, Tür, Fenster, Sockel und Traufe. Ein Dach gibt es bewusst nicht — die Spielkamera blickt schräg von oben ins Haus, und jedes Dach würde genau das verdecken, worum es geht. Wie hoch die Traufe sein darf, ohne den Blick zu verstellen, ist ausgerechnet und nicht geschätzt.

Ein Spiel, das fragt, bevor es loslegt
Bisher startete RiverTycoon einfach — ohne Menü, ohne Namen, ohne Wahl. Ein „Neues Spiel“ war gebaut, aber nur über ein Entwickler-Menü erreichbar.
Jetzt beginnt alles mit einer Startszene: Titel, Namensfeld, „Neues Spiel“ und „Fortsetzen“. Fortsetzen bleibt ausgegraut, solange es keinen Speicherstand gibt — ein Knopf, der nichts tut, ist schlimmer als keiner. Danach folgt ein Ladeschirm mit echtem Fortschrittsbalken, statt dass das Bild ein paar Sekunden einfriert.


Lieferungen, die man kommen sieht
Bestellungen kamen bisher schlagartig aus dem Nichts. Jetzt fahren sie vor: Essen kommt mit dem Mofa, alles andere mit dem Lieferwagen. Zwei Fahrzeuge, damit man schon an der Silhouette am Strassenrand erkennt, ob gerade der neue Rechner oder das Abendessen kommt.
Und weil geliefertes Essen zwischenzeitlich weder satt noch gesund machte (der zuständige Manager war schlicht in keiner Szene vorhanden), wirkt jetzt jedes Gericht wieder so, wie es auf der Karte steht.
Das Auftragsbrett wird sichtbar
Hinter der Job-App lag längst ein ganzes Auftragsbrett — fünf gleichzeitige Angebote, Fristen, Mindest-Rechenleistung, Verfall und Nachschub. Nur sehen konnte man es nicht: Der einzige Knopf nahm stumm das erste passende Angebot. Jetzt liegt das Brett offen, mit Lohn, Umfang, Frist, Dringlichkeit und Eignung in jeder Zeile. Du entscheidest, welchen Auftrag du annimmst.
Mobile First — jetzt auch wirklich
„Mobile First“ steht seit dem ersten Tag in der Projektbeschreibung. Gebaut wurde für Android bis August trotzdem nie. Am 21. August ist die erste APK entstanden: 49,6 MiB, nur 64-Bit-ARM, als einzige Berechtigung Internet.
Vorher wurde aufgeräumt: Neun zugekaufte Möbel im Startraum haben die Szene mehr gekostet als die gesamte Eigenproduktion. Sie sind durch eigene Modelle ersetzt — die zugekauften Abhängigkeiten der Szene sind von 28 auf 1 gefallen, und knapp 10 MB Texturen fallen im Speicher weg. Auf einem Telefon zählt jedes davon.
Nebenbei hat die Blender-Pipeline gelernt, Figuren mit Skelett zu exportieren. Bisher liess sie das Rig ohne jede Warnung weg. Damit ist der Weg frei für die Spielfigur — mehr dazu im September.
Was als Nächstes kommt
Die APK ist gebaut, aber noch nie auf einem Telefon gestartet. Genau das ist der erste Punkt für September: das Spiel auf ein echtes Gerät bringen und alles, was dort hakt, sofort beheben.
Pixel River Studio · Solo Indie Dev · Nagold-Hochdorf, Baden-Württemberg
Stack: Unity 6 · URP · C# · Blender · Android · Eleventy · Hetzner
Kommentare